Szczepan Twardoch

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Szczepan Twardoch

Szczepan Twardoch, geboren 1979, ist einer der herausragenden Autoren der Gegenwartsliteratur. Mit "Morphin "(2012) gelang ihm der Durchbruch, das Buch wurde mit dem Polityka-Passport-Preis ausgezeichnet. Für den Roman "Drach "wurden Twardoch und sein Übersetzer Olaf Kühl 2016 mit dem Brücke Berlin Preis geehrt, 2019 erhielt Twardoch den Samuel-Bogumil-Linde-Preis. Zuletzt erschienen der Roman "Der Boxer" (2018) sowie das Tagebuch "Wale und Nachfalter" (2019). Szczepan Twardoch lebt mit seiner Familie in Pilchowice/Schlesien.

©  Zuza Krajewska

Das schwarze Königreich

Aktuelles Buch

Das schwarze Königreich

Rowohlt Berlin

Warschau in den 1940er Jahren. Die Stadt ächzt unter der deutschen Besatzung. Jakub Shapiro, der Unterweltkönig der Stadt, sieht sein Reich zerfallen, er verliert Einfluss, sein luxuriöses Leben, muss schließlich ins Ghetto. Während Shapiro seine Familie zu schützen versucht, macht er einen unverzeihlichen Fehler. Und so ist es bald der halbwüchsige Sohn David, der das Überleben sichert, durch Schmuggel und Schwarzhandel; unter schon alltäglicher Todesgefahr erlebt er in bizarren Abenteuern einen Rausch von Jugend und Freiheit. Doch die Gräuel, Hunger, Gewalt und Mord, konzentrieren sich hier wie unter einem Brennglas, umso mehr nach dem Ghettoaufstand. Und der Preis für ein Überleben ist so hoch und schrecklich, dass niemand die Schuld je tragen können wird. Als das Ghetto zerstört liegt, kämpft Ryfka, Jakubs Geliebte, in der apokalyptischen Trümmerwelt bis aufs Blut für ihre Zukunft. Und David will Rache nehmen, an den Deutschen, an allen. Szczepan Twardoch schildert kompromisslos einen gewaltigen Stoff: die deutsche Besatzung, die Warschauer Aufstände, das Ghetto. Er erzählt von Juden, Polen, Deutschen, von Opfern und Henkern, erzählt mit glänzender, eisiger Spannung von einer dunklen Zeit - und der schwersten aller Prüfungen, Mensch zu bleiben.

4 Fragen 4 Antworten

Was bedeutet diese Buchmesse für Sie?

Ich glaube, dass uns Menschen die Zeiten immer schwierig vorkommen. Aber Literatur ist immer dasselbe: Wir erzählen uns eine Geschichte, sei es, um sie mit den anderen gemeinsam zu haben, sei es, um uns selbst mit den anderen zu verbinden. Literatur ist die Weise des Geschichten-Erzählens, die einen gemeinsamen Code erzeugt. Das macht uns zu Menschen, zum sozialsten aller Säugetiere.

Welche Leser*innen wünschen Sie sich?

Ich habe kein Bild eines Wunschlesers im Kopf. Mein Roman hört in dem Augenblick auf, mir zu gehören, wenn ich ihn der Welt übergebe, er ist für jeden, jede, und man kann damit machen, was man will: Ihn bis zum Ende lesen, ins Regal stellen oder als Untersetzer für den Computer benutzen.

Mit welchem Satz überzeugen Sie Ihre Leser*innen, Ihr neues Buch zu lesen?

Das weiß ich nicht. Ich beschäftige mich nicht mit der Werbung für meinen Roman. Ich bin Schriftsteller, kein Verlagsvertreter.

Was war gut am Shut-down, was haben Sie aus der Corona-Krise gelernt?

Nichts.

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