Susan Arndt

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Susan Arndt

Susan Arndt ist Professorin für englische Literatur- und Kulturwissenschaft und anglophone Literaturen an der Universität Bayreuth.

©  Daniela Incoronato

Sexismus. Geschichte einer Unterdrückung

Aktuelles Buch

Sexismus. Geschichte einer Unterdrückung

C.H.Beck

Zwar ist Sexismus spätestens seit #Aufschrei und #MeToo wieder in aller Munde. Doch meist wird bloß hitzig aneinander vorbei diskutiert. Susan Arndt legt mit ihrem umfassenden Buch die Grundlage für eine fundierte und kritische Debatte jenseits von Verharmlosung und Ziellosigkeit. Nicht wenige übersehen alltäglichen Sexismus oder leugnen ihn; andere wiederum gelten als zu moralisch oder politisch hyperaktiv. Und viele ziehen es inzwischen vor, sich gar nicht mehr zu äußern. Es gibt aber keine neutrale Position gegenüber Sexismus. Denn Sexismus ist ein umfassendes Denk- und Herrschaftssystem, das sich in die DNA unserer Gesellschaft eingeschrieben hat. Susan Arndt identifiziert als seinen Kern das Postulat der binären Zweigeschlechtlichkeit. Es ermöglicht patriarchalische Herrschaft und legt die Grundlagen für die Diskriminierung von Frauen* sowie von homosexuellen, inter*sexuellen und trans*geschlechtlichen Personen. Doch auch Männer* werden vom Sexismus als Individuen normiert und können gebrochen werden. Das Buch zeigt die systemischen Zusammenhänge von Sexismus als Herrschafts- und Machtsystem auf, beschreibt seine Geschichte(n) sowie auch, wie er sich heute äußert. Denn nur, wenn verstanden wird, was Sexismus eigentlich ist, kann er erkannt, verlernt und strukturell nachhaltig unterwandert werden - und koste es auch, Gewohntes oder gar Privilegien, Macht und Herrschaft aufzugeben.

4 Fragen 4 Antworten

Was bedeutet diese Buchmesse für Sie?

Wir erzählen uns, wer wir sind und wer wir sein wollen; und was wir uns erzählen, das werden wir. Buchmessen sind vielstimmige Hotspots der Erzählungen darüber, was Bücher und die Welten, von denen sie erzählen, im Innersten zusammenhält.

Welche Leser*innen wünschen Sie sich?

Ich wünsche mir Leser*innen, die Sexismus verstehen wollen und die sich Sexismus mit wissenden Argumenten in den Weg stellen wollen. So gesehen möchte ich nicht nur feministisch denkende Menschen erreichen, sondern breite Teile der Gesellschaft.

Mit welchem Satz überzeugen Sie Ihre Leser*innen, Ihr neues Buch zu lesen?

Mein Buch verbindet dichte Beschreibungen persönlicher Erlebnisse mit einer Analyse des Sexismus, die immer historisch eingebettet ist, um aktuelle Prozesse besser verstehen zu können. Dabei geht es um die Wechselwirkung von Geschichte und Gegenwart, Gesetzgebung und Moralvorstellungen, Macht und Herrschaft sowie Strukturen und Wissen.

Was war gut am Shut-down, was haben Sie aus der Corona-Krise gelernt?

Viren unterscheiden nicht nach Einkommen oder der Position im Rassismus und Sexismus. Menschliche Antworten darauf aber tun das sehr wohl. Das stößt gerade neue Debatten über Rassismus und Sexismus an. Ganz persönlich erlebe ich die Corona-Krise auch als Brennglas, das mich meine Privilegien als deutsche Staatsbürgerin erkennen lässt:

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