Peter Schäfer

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Peter Schäfer

Peter Schäfer, Professor em. für Judaistik, hat an der Freien Universität Berlin und der Princeton University gelehrt und war bis 2019 Direktor des Jüdischen Museums Berlin.

Kurze Geschichte des Antisemitismus

Aktuelles Buch

Kurze Geschichte des Antisemitismus

C.H.Beck

Antisemitismus ist wieder sichtbar, teils offen, teils versteckt hinter "unbedachten "Äußerungen und Israelkritik. Doch wo beginnt der Antisemitismus, und wie neu ist, was wir heute erleben? Peter Schäfer beschreibt klar und konzise, wie sich seit der Antike antisemitische Stereotype verbreiteten, zu Verfolgung und Vernichtung führten und auch nach der Shoah virulent sind. Man muss den Antisemitismus nicht verstehen, aber man sollte ihn kennen - um ihn abzuwehren. Schon in der vorchristlichen Antike gab es Judenhass, Ghettos und Pogrome, doch erst die neutestamentlichen Schriften schufen mit ihrer Gegnerschaft zum Judentum die Voraussetzungen für Ritualmordlegenden und Verfolgungen im christlichen Mittelalter. Luther rief zur Auslöschung der "Teufelskinder "auf, die Aufklärer fanden das Judentum unvernünftig, Wissenschaftler begründeten den Judenhass rassistisch, und allzu viele waren bereit, sich an der "Endlösung der Judenfrage "zu beteiligen oder schauten lieber weg. Man hätte meinen können, dass der Schock des Massenmordes heilsam war, doch Antizionismus und rechte Ideologien dringen seit Jahren mit antisemitischem Gepäck in die Mitte der Gesellschaft vor und bereiten den Boden für neue Gewalt. Peter Schäfers erhellendes Buch ist Pflichtlektüre für alle, die besser verstehen wollen, warum der Antisemitismus so alt und zugleich so aktuell ist und was er für Juden in der Nachbarschaft, in Israel und überall auf der Welt bedeutet.

4 Fragen 4 Antworten

Was bedeutet diese Buchmesse für Sie?

Die Frankfurter Buchmesse ist das wichtigste Forum für die Begegnung von Autoren, Verlagen, Buchhändlern, Presse und Lesern. Für mich als Autor bedeutet das, dass ich sowohl meinen amerikanischen als auch meinen deutschen Lektor treffen kann, auch beide zugleich. Bei Presseveranstaltungen erfahre ich die Reaktionen von Lesern und Buchhändlern unmittelbar und man hat den Austausch mit Journalisten, Buchhändlern und Politikern. Wo gibt es das sonst in dieser Dichte – und bei welchem Thema ist es notweniger?

Welche Leser*innen wünschen Sie sich?

Mit der „Kurzen Geschichte des Antisemitismus“ habe ich von vornherein für eine möglichst große, auch junge Leserschaft geschrieben. Antisemitismus ist heute wieder ein brennendes Thema. Viele Menschen sind verunsichert, weil der Antisemitismusvorwurf schnell im Raum steht. Darf man Israel kritisieren? Darf man den verbreiteten Antiislamismus mit dem Antisemitismus vergleichen? Solche Fragen treiben viele Menschen um. Man beantwortet sie in meinen Augen am besten mit einer kurzen Geschichte des Antisemitismus.

Mit welchem Satz überzeugen Sie Ihre Leser*innen, Ihr neues Buch zu lesen?

Das Buch will die Augen öffnen, denn auch wer zu wissen meint, was Antisemitismus ist, wird überrascht sein, wie tief der Antisemitismus bis in die Moderne hinein in der westlichen Tradition verwurzelt ist.

Was war gut am Shut-down, was haben Sie aus der Corona-Krise gelernt?

Die uns durch den Shut-down aufgezwungene Entschleunigung hat uns zwei klassische Tugenden wieder bewusst gemacht: Geduld und Demut. Demut, denn die Krise zeigt, dass wir die Natur eben doch nicht beherrschen und dass es keine Patentlösung gibt. Und Geduld, weil vieles jetzt nicht geht, verschoben wird, länger dauert.

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