JJ Bola

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JJ Bola

JJ Bola, geboren in Kinshasa im Kongo, ist Autor und Aktivist. Im Alter von sechs Jahren flüchtete er dank der diplomatischen Verbindungen seines Großvaters mit seiner Familie. Er wuchs in London in einer Brennpunkt-Siedlung auf. Nach seinem Master in Kreativem Schreiben an der Birkbeck University arbeitete er einige Jahre als Sozialarbeiter mit Jugendlichen mit psychischen Problemen. Bola engagiert sich weltweit zu Rassismus, Migrationserfahrungen und Männlichkeit. Er veröffentlichte drei Gedichtbände und einen Roman. Mehr Infos: jjbola.com, auf Facebook und bei Twitter Übersetzer: Malcolm Mohanwe ist freier Journalist aus München. Der studierte Sprachwissenschaftler arbeitet hauptsächlich als Hörfunk- und Fernsehautor für den Bayerischen Rundfunk. Außerdem betreibt er den Podcast Kanackische Welle und schreibt regelmäßig für Medien wie Der Spiegel, Vice oder Die Zeit.

©  Tunde Somoye@ B1 Creates

Sei kein Mann. Warum Männlichkeit ein Albtraum für Jungs ist

Aktuelles Buch

Sei kein Mann. Warum Männlichkeit ein Albtraum für Jungs ist

hanserblau

In Zeiten von Trump, "MeToo und Attentätern wie in Halle oder Hanau wird der Begriff "Männlichkeit" zunehmend mit Adjektiven wie toxisch, fragil und überholt assoziiert. Die Gender-Debatte ist im vollen Gange und wo der feministische Diskurs erste zarte Erfolge zeigt, bleiben Männer in ihrer Geschlechterkrise zurück. Wer als Junge noch mit traditionellen Rollenmustern erzogen wurde, ist als Mann verunsichert, wenn er plötzlich sensibel sein darf oder akzeptieren soll, dass Frauen die Familie finanziell unterhalten. Ob Incel-Subkultur, Gewalt- und Machtfantasien auf Twitter & Co. oder hohe männliche Suizidraten: Männer schlagen sich buchstäblich eine Schneise durch die Krise oder finden Zuflucht in reaktionären politischen Gruppierungen. Der Aktivist JJ Bola sucht hingegen Auswege und bietet Lösungen an wie Männer ihre persönlichen Traumata überwinden und verlernen können, was ihnen als "männlich" beigebracht wurde. Dabei legt Bola historisch-soziokulturelle Narrative um den Begriff "Männlichkeit" frei und widerlegt populäre Mythen. Er betrachtet Einflüsse aus nichtwestlichen Traditionen, aus der Popkultur, der LGBTQ+-Community, er bezieht Men of Colour und auch männliche Geflüchtete in seine Ausführungen mit ein. Bola zeichnet nach, in welchen sozialen, kulturellen und politischen Kontexten überholte bzw. neue "Männlichkeit" existieren kann. Ob Liebe und Sex, politische Bühne, Wettkampfsport, Rap- und Gangkultur oder psychische Gesundheit: JJ Bola nimmt nahezu jeden Lebensbereich unter die Lupe und zeigt dabei, wie weit die Idee von Männlichkeit alles durchsetzt. Sei kein Mann ist ein Appell an die jetzige und nächste Generation Männlichkeit von alten Stereotypen zu befreien; erst dann kann sich das Potential und die Fülle von männlichen Persönlichkeiten entfalten - und auch erst dann existiert eine reale Chance auf Gleichberechtigung der Geschlechter.

4 Fragen 4 Antworten

Was bedeutet diese Buchmesse für Sie?

Ich liebe Buchmessen, weil immer überrascht wird: Welches Buch wird mein Leben verändern oder meine Gedanken beeinflussen? Buchmessen haben eine ansteckende Energie und eine Begeisterung, die anderswo selten zu finden ist.

Welche Leser*innen wünschen Sie sich?

Idealerweise möchte ich alle Leser*innen gewinnen. Ich denke, dass dies ein Buch für jeden sein kann, unabhängig von Geschlecht oder Alter - aber sicherlich ist es wichtig, junge Menschen, Teenager, Twentysomethings, die ihre Vorstellungen von der Welt noch formen, zu erreichen. Wir alle können unser Denken progressiv ändern, egal in welchem Lebensabschnitt wir uns befinden.

Mit welchem Satz überzeugen Sie Ihre Leser*innen, Ihr neues Buch zu lesen?

Ich hoffe, dass Jungen, Männer und die Gesellschaft die patriarchalischen und giftigen Erwartungen an Männlichkeit verlernen. Ich hoffe, dass Menschen frei leben können, auf ihre Weise und dass wir Hierarchien stürzen, die sich auf die Überlegenheit eines Geschlechts berufen.

Was war gut am Shut-down, was haben Sie aus der Corona-Krise gelernt?

Corona stellt uns vor massive Herausforderungen, viele Menschen stecken in großen Krisen. Aber dennoch gibt es Hoffnung, denn diese Pandemie zeigt auch, dass wir als Gesellschaft doch schneller agieren, als erwartet. Und vielleicht lassen sich dadurch unsere Wünsche nach langfristigen Veränderungen zum Positiven schneller umsetzen.

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