Jens Steiner

Autoren

Jens Steiner

Jens Steiner, geboren 1975, studierte Germanistik, Philosophie und Vergleichende Literaturwissenschaft in Zürich und Genf. Sein erster Roman "Hasenleben" erhielt den Förderpreis der Schweizerischen Schillerstiftung. 2013 gewann er mit "Carambole" den Schweizer Buchpreis. Zuletzt erschienen "Mein Leben als Hoffnungsträger" (2017) sowie "Weihnachten könnte so schön sein" (2018)

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Ameisen unterm Brennglas

Aktuelles Buch

Ameisen unterm Brennglas

Arche

Ein unbekanntes Paar steckt ein Haus in Brand, schießt auf eine Raststätte, nimmt eine Geisel. Die Medien schreiben den Taten sogleich verschiedenste terroristische Hintergründe zu. Auch die Bevölkerung versucht, sich einen Reim auf die Vorkommnisse zu machen, unter ihnen: der Frühpensionär Toni Manfredi, der jeden Tag beim Fernsehen Krippenfiguren schnitzt. Martin Broll, der immer mehr den Zugang zu seiner konsum- und smartphone-abhängigen Familie verliert. Regina, Mutter eines umherstreunenden Zehnjährigen, die sich zunehmend in ihren vielen Ehrenämtern und Aufgaben verzettelt. Sie alle wünschen sich Halt und Stabilität, doch ihre Welt gerät immer mehr aus den Fugen. Darauf reagieren die einen mit Resignation - die anderen mit Entrüstung und Aggression. Mit gekonnten Perspektivwechseln seziert Jens Steiner das Leben seiner Hauptfiguren, die in ihren verschiedenen Milieus Stellvertreter für eine Zeit großer Umbrüche sind. Es entsteht ein Psychogramm unserer gegenwärtigen Gesellschaft, in der jeder Einzelne auf der Suche nach Orientierung und Anerkennung ist und in einer immer schnelleren, informationsreicheren und lauteren Welt auch die Grenzen der eigenen Frustrationstoleranz ausloten muss.

4 Fragen 4 Antworten

Was bedeutet diese Buchmesse für Sie?

Die Frankfurter Buchmesse ist wie ein alter Bekannter, den man Jahr für Jahr an der gleichen Geburtstagsparty antrifft. Er kommt jedes Mal mit tausend neuen Geschichten, aber auch mit den immer gleichen Sprüchen. Dennoch möchte man ihn nicht missen. Er ist wie ein Instrument, mit dessen Hilfe man den Wandel über die Jahre registriert.

Welche Leser*innen wünschen Sie sich?

Leser*innen wie mich selber: anspruchsvoll, neugierig auf das Unbekannte, stets auf die perfekte Symbiose von Inhalt und Form aus, aber auch hedonistisch und unersättlich.

Mit welchem Satz überzeugen Sie Ihre Leser*innen, Ihr neues Buch zu lesen?

Corona scheint mir einige zentrale Aspekte unserer Gegenwart zu verdecken oder sie neu einzukleiden. Von dieser eigentlichen Gegenwart handelt mein neues Buch.

Was war gut am Shut-down, was haben Sie aus der Corona-Krise gelernt?

Ich habe schon vorher Shut- bzw. Slow-down gefeiert und kann nur jedem empfehlen, die angenehmeren Seiten des verordneten Shut-downs für sich weiterzuführen.

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