Ijoma Mangold

Autoren

Ijoma Mangold

Ijoma Mangold, geboren 1971 in Heidelberg, studierte Literaturwissenschaft und Philosophie in München und Bologna. Nach Stationen bei der "Berliner Zeitung" und der "Süddeutschen Zeitung" wechselte er 2009 zur Wochenzeitung "Die Zeit", deren Literaturchef er von 2013 bis 2018 war. Inzwischen ist er Kulturpolitischer Korrespondent der Zeitung. Zusammen mit Amelie Fried moderierte er die ZDF-Sendung "Die Vorleser". Außerdem gehört er zum Kritiker-Quartett der Sendung "lesenswert" des SWR-Fernsehens. 2017 erschien "Das deutsche Krokodil". Mangold lebt in Berlin.

©  Christian Werner

Der innere Stammtisch. Ein politisches Tagebuch

Aktuelles Buch

Der innere Stammtisch. Ein politisches Tagebuch

Rowohlt

Ijoma Mangold führt ein politisches Tagebuch und beschreibt darin die Ereignisse unserer Gegenwart sowie seine ständig wechselnden Reaktionen darauf: auf Greta, auf Boris Johnson, von dem er sich allzu gern hat täuschen lassen; auf den Mietendeckel, das Desaster von Thüringen - und auf das Corona-Virus. Die alte Eindeutigkeit ist aus der Politik verschwunden. Sie wurde ersetzt durch Reflexe und Schnappatmung, durch Wut und Widersprüchlichkeit. Doch gerade dieses Unreflektierte, die Affekte, der Stammtisch, ist das, was das Politische im Tiefsten ausmacht. Wie wir zu Meinungen kommen, wie wir es uns gemütlich einrichten mit ihnen und wie wir sie im besten Fall auch mal wieder loswerden - darum geht es in diesem Buch der Selbstbeobachtung. Der Text ist eine Zeitdiagnostik, eine Darstellung des politischen Gegenwartstheaters durch einen aufmerksamen Insider und gleichzeitig eine politische Anthropologie.

4 Fragen 4 Antworten

Was bedeutet diese Buchmesse für Sie?

Ein festes Lebensritual, das ich zwanzig Jahre genussvoll gefeiert habe, wird dieses Jahr auf Askese gestellt. Ich werde es vermissen. Dry October.

Welche Leser*innen wünschen Sie sich?

Jede und jeder, der/die Lust an Sprache hat und in Büchern etwas sucht, das so noch nicht gesagt wurde.

Mit welchem Satz überzeugen Sie Ihre Leser*innen, Ihr neues Buch zu lesen?

„Als die Kirche noch eine gesellschaftliche Macht war, gab es immer die Bigotten, die gar nicht genug daran erinnern konnten, wie sündhaft die Welt geworden sei. Heute haben wir Gott abgeschafft, von der Bigotterie können wir uns allerdings noch nicht lösen.“

Was war gut am Shut-down, was haben Sie aus der Corona-Krise gelernt?

Dass das Neue uns immer aus einer Richtung erreicht, in die wir gerade gar nicht geblickt haben.

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