Hedwig Richter

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Hedwig Richter

Hedwig Richter ist Professorin für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität der Bundeswehr München. Für ihre Forschung wurde sie mit dem Preis der Demokratie-Stiftung ausgezeichnet. Ihre Themen vermittelt sie einem breiten Publikum regelmäßig in großen Zeitungen und im Rundfunk.

©  Florian Hammerl

Demokratie  Eine deutsche Affäre

Aktuelles Buch

Demokratie Eine deutsche Affäre

C.H.Beck

Dass alle Menschen - wirklich alle! - gleich sein sollen, galt die längste Zeit als absurd. Hedwig Richter zeigt, wie diese revolutionäre Idee aufkam, allmählich Wurzeln schlug, auch in Deutschland, und gerade hier so radikal verworfen und so selbstverständlich wieder zur Norm wurde wie nirgends sonst. Wer heute Angst vor den neuen autoritären Männern hat, der lese dieses wunderbar leicht geschriebene, optimistische Buch, das uns die Trumps und Erdogans dieser Welt als letztes groteskes Aufgebot erkennen lässt. Geringe Wahlbeteiligungen lassen die Alarmglocken schrillen: Demokratieverdrossenheit! Doch von Anfang an bedurfte es besonderer Anstrengungen - von Alkohol über Geld bis zum staatlichen Zwang -, Menschen zur Wahl zu bewegen. Ein besserer Gradmesser für die Demokratisierung ist daher der Umgang mit dem menschlichen Körper: die Abschaffung von Leibeigenschaft und Prügelstrafen, der steigende Wohlstand, die Humanisierung der Arbeit, die gleiche Behandlung der Geschlechter. Hedwig Richter erzählt die Geschichte der Demokratie als eine Chronologie von Fehlern, Zufällen und Lernprozessen, in deren Zentrum der Zivilisationsbruch des Holocausts steckt. Ihr anschauliches, erfrischend thesenstarkes Buch konzentriert sich auf Deutschland, weil gerade an der deutschen Affäre mit der Demokratie deutlich wird, wie international verflochten die Wege zu Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit sind.

4 Fragen 4 Antworten

Was bedeutet diese Buchmesse für Sie?

Aufregung.

Welche Leser*innen wünschen Sie sich?

Milde und voller Feuer.

Mit welchem Satz überzeugen Sie Ihre Leser*innen, Ihr neues Buch zu lesen?

Demokratiegeschichte bietet nicht den Blick in die Zukunft, aber sie hilft uns, die Gegenwart besser zu verstehen und uns für die Zukunft zu wappnen.

Was war gut am Shut-down, was haben Sie aus der Corona-Krise gelernt?

Eine Bestätigung der liberalen Demokratie und ein Beweis davon, wie flexibel moderne Gesellschaften sein können.