Eva von Redecker

Autoren

Eva von Redecker

Eva von Redecker, geboren 1982, hat in Kiel, Tübingen, Cambridge und Potsdam Philosophie studiert. Von 2009 bis 2019 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Humboldt-Universität, wo sie als stellvertretende Direktorin das "Center for Humanities and Social Change" mit aufbaute. Sie arbeitet derzeit an ihrer Habilitation und ist freischaffend publizistisch tätig. Sie ist auf einem Biohof aufgewachsen und hat dort Erdbeeranbau, Direktvermarktung und Pferdezucht gelernt. Heute lebt sie wieder auf dem Land, in einer Wissenschafts- und Künstler*innenkolonie in Brandenburg.

©  Paula Winkler

Revolution für das Leben Philosophie der neuen Protestformen

Aktuelles Buch

Revolution für das Leben Philosophie der neuen Protestformen

S. Fischer Verlag

Eine radikale Gesellschaftskritik - und eine Liebeserklärung an menschliches Handeln. Autoritäre Tendenzen und massive Klimaveränderungen bedrohen die demokratischen Gesellschaften. Aber in den Zwischenräumen der Macht regt sich Widerstand. In ihrer philosophischen Analyse des neuen Aktivismus legt die Philosophin Eva von Redecker die Potenziale einer Revolution offen, die für das Leben streitet. Fridays for Future, "MeToo, Extinction Rebellion - überall auf der Welt richten sich Proteste gegen die Zerstörung von Leben: Zerstörung durch steigende Meeresspiegel und den Klimawandel, durch Grenzregime oder häusliche Gewalt. In den aktuellen Protestbewegungen erkennt Eva von Redecker eine neue Form des Aktivismus, die sich gezielt für die Bedingungen unseres Überlebens, für den Erhalt unserer Lebensgrundlagen einsetzt. Mit Eva von Redecker, die an der Schnittstelle von Kritischer Theorie und Feminismus forscht, erleben wir die Ansätze einer Revolution, die die verheerende Ordnung des Kapitalismus stürzen könnte. Sie veranschaulicht, wie wir unsere Lebenspraxis verändern sollten, um das Leben im Sinne jener Systemkritik zu retten, anstatt es weiter zu zerstören: Wir könnten pflegen statt beherrschen, regenerieren statt ausbeuten, teilhaben statt verwerten. Vergegenwärtigt werden Status quo - der Hang zur Zerstörung - und Utopie - die Haltung der Rettung - mittels der Sphären von Eigentum, Markt, Arbeit und Leben. Dabei wird deutlich, dass Geschichte menschengemacht und veränderbar ist, also auch eine Revolution aus der Summe menschlicher Handlungen erwachsen kann. Illustriert wird die Darstellung durch Schlaglichter auf Protestformen, Ausflüge in die Geschichte des Kapitalismus, aktuelle Krisendiagnosen oder alltägliche Gefühlslagen. Was tun wir eigentlich, wenn wir etwas tun? Und warum verhalten wir uns so? Es wird deutlich: Was wir brauchen, ist eine Revolution sämtlicher Tätigkeiten und Lebensbereiche. "Eine der aufregendsten Nachwuchsphilosophinnen des Landes." Philosophie Magazin

4 Fragen 4 Antworten

Was bedeutet diese Buchmesse für Sie?

Ich freue mich darauf, meinen winzigen Teil dazu beizutragen, die Veranstaltung unter widrigen Umständen mit Leben zu füllen. Auf jeden Fall wird dies eine Buch-messe werden, von der wir dann in späteren Jahren Geschichten erzählen.

Welche Leser*innen wünschen Sie sich?

Der Chef eines großen Literaturhauses hat sich mal allen Ernstes bei mir dafür ent-schuldigt, dass sein Publikum überwiegend aus pensionierten Studienrätinnen be-stünde. Seitdem kann ich nicht oft genug sagen: Ich liebe, verehre, bewundere ältere Frauen.

Mit welchem Satz überzeugen Sie Ihre Leser*innen, Ihr neues Buch zu lesen?

Mir ist beim Schreiben wirklich klar geworden, warum der Kapitalismus das Leben zerstört.

Was war gut am Shut-down, was haben Sie aus der Corona-Krise gelernt?

In meinem vielköpfigen Haushalt haben wir intensiv miteinander gerungen, um uns auf eine von allen getragene Quarantänepolitik zu einigen und das hat mich viel darüber nachdenken lassen, was es hieße, solche Entscheidungen auch gesamt-gesellschaftlich basisdemokratisch zu fällen.

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