Carsten Brosda

Autoren

Carsten Brosda

Dr. Carsten Brosda, Jahrgang 1974, ist Senator für Kultur und Medien in Hamburg sowie Vorsitzender des Kulturforums der Sozialdemokratie und Co-Vorsitzender der Medien- und Netzpolitischen Kommission des SPD-Parteivorstandes. Nach einem Studium der Journalistik und Politikwissenschaft wurde er mit einer Arbeit über "Diskursiven Journalismus" promoviert. Er war u. a. Leiter der Abteilung Kommunikation des SPD-Parteivorstandes und arbeitet seit 2011 in Hamburg, zunächst als Leiter des Amtes Medien, ab 2016 als Staatsrat für Kultur, Medien und Digitalisierung und seit Februar 2017 als Senator.

©  Bertold Fabricius

Die Kunst der Demokratie - Die Bedeutung der Kultur für eine offene Gesellschaft

Aktuelles Buch

Die Kunst der Demokratie - Die Bedeutung der Kultur für eine offene Gesellschaft

Verlag Hoffmann und Campe

"Nichts kommt von selbst. Und nur wenig ist von Dauer." Das sagte Willy Brandt 1992 in Bezug auf politische Gewissheiten, in einer Zeit, in der für viele der Sieg der Demokratie als ausgemacht galt. Doch ein Zustand darf eben niemals als erreicht und gesichert angesehen werden, sondern die Werte unserer Gemeinschaft müssen immer wieder aufs neue begründet werden. Das zeigen die aktuellen Entwicklungen deutlich. Carsten Brosda skizziert die zentrale Rolle von Kunst und Kultur, wenn es darum geht, Freiheiten zu sichern und als Gesellschaft ins Gespräch zu kommen. Kunst irritiert und inspiriert. Sie ist Motor unserer Demokratie und Grundlage von Kreativität und Innovation. Sie stiftet Sinn und begründet gesellschaftlichen Zusammenhang - auch wenn sie ihn in Frage stellt und gerade weil sie sich jeder konkreten Erwartung widersetzt. In diesem Paradox liegt eine Kraft, die wir unbedingt schützen müssen. Wir sind aktuell vielleicht mehr denn je seit Gründung der Bundesrepublik gefordert, die Freiheit der Kunst grundsätzlich zu sichern. Eine scharfe Analyse der kulturellen und politischen Aufgaben unserer Zeit und ein grundsätzliches und visionäres Buch über die Voraussetzungen für den Erhalt einer freien und diversen Gesellschaft.

4 Fragen 4 Antworten

Was bedeutet diese Buchmesse für Sie?

Die Frankfurter Buchmesser ist gerade in diesem Jahr ein Fanal für die Unbeugsamkeit der Kultur. Ihr trotziges „Jetzt erst recht“ ist notwendig in einer Zeit, in der wir künstlerische und kulturelle Interventionen brauchen, um die vor uns liegenden Debatten zu führen.

Welche Leser*innen wünschen Sie sich?

Unerschrockene, offene Menschen, die die konkrete und praktische Relevanz grundsätzlicher und abstrakter Erwägungen schätzen – und die auf die üblichen Politikerbücher gut verzichten können.

Mit welchem Satz überzeugen Sie Ihre Leser*innen, Ihr neues Buch zu lesen?

Hier erfahren Sie, warum die Kunst zwecklos, aber sinnvoll ist, warum sie nicht der Kitt unserer Gesellschaft ist, aber sehr wohl ein Treiber unserer Demokratie.

Was war gut am Shut-down, was haben Sie aus der Corona-Krise gelernt?

Ich halte nichts von falscher Romantik. Der Shutdown war für viele eine enorme Belastung – für Familien, für Kinder, für Mütter und Väter, für Künstlerinnen und Kreative. Viele Fragen stellen sich neu: Wie sichern wir den öffentlichen, kulturellen Raum? Wie gehen wir mit der Erfahrung der Verletzlichkeit um? Wie entwickeln wir neue Solidarität? Das werden wir lernen müssen.

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