Amartya Sen

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Amartya Sen

Amartya Sen, geboren 1933 in Shantiniketan in Indien, lehrt an der Harvard University als Professor für Philosophie und Ökonomie. Bis 2004 war er außerdem Master des Trinity-College an der Cambridge University. Sen hat u.a. in Kalkutta, New Delhi, London und Oxford gelehrt. 1998 erhielt er den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften, 2007 den Meister-Eckhart-Preis. Er gilt als einer der einflussreichsten Denker der Gegenwart und wurde für sein Werk mit über 100 Ehrendoktoraten ausgezeichnet. Im Oktober 2020 wird ihm der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels verliehen. Zu seinen Forschungs- und Publikationsthemen zählen die Entwicklungs- und Wohlfahrtsökonomie, die Entscheidungstheorie, Sozialwahltheorie, Gender Studies und Fragen zur sozialen Ungleichheit. Er selbst stellt sich in einer abkürzenden Auswahl als "Asiate, Bürger Indiens, Bengale mit bangladeschischen Vorfahren, Einwohner der Vereinigten Staaten oder Englands, Ökonom, Dilettant auf philosophischen Gebiet, Autor, Sanskritist, entschiedener Anhänger des Laizismus und der Demokratie, Mann, Feminist, Heterosexueller, Verfechter der Rechte von Schwulen und Lesben, Mensch mit einem areligiösen Lebensstil und hinduistischer Vorgeschichte, Nicht-Brahmane und Ungläubiger, was das Leben nach den Tod angeht" vor.

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Die Welt teilen

Aktuelles Buch

Die Welt teilen

C.H.Beck

Amartya Sen hat mit seinen Arbeiten die Welt verändert wie nur wenige andere Intellektuelle unserer Zeit. Vor allem wenn es um Fragen der Gerechtigkeit geht, ist der Nobelpreis- und Friedenspreisträger eine international anerkannte Instanz. Dass nicht das Wirtschaftswachstum allein über die Entwicklung eines Landes Auskunft gibt, sondern das, was davon bei den Menschen ankommt und wie es ihre Chancen dauerhaft verbessert, ein selbstbestimmtes Leben in Würde zu führen - diese zentrale Einsicht geht ganz wesentlich auf ihn zurück. Stets geht es in Sens Denken darum, das Bewusstsein für soziale Ungerechtigkeiten zu schärfen und die Lebensbedingungen benachteiligter Menschen ganz konkret zu verbessern. "Die Welt teilen" stellt in sechs eindrucksvollen Lektionen Sens Denken vor. Vom Übel der Armut über die Notwendigkeit einer freien Presse für die Bekämpfung von Missständen bis zu einem leidenschaftlichen Plädoyer für Reformen in seinem Heimatland Indien umkreisen alle diese Texte das Thema Gerechtigkeit in sehr unterschiedlichen Facetten. Und noch etwas ist ihnen allen gemeinsam: Der unerschütterliche Glaube an die Macht der Vernunft und die Möglichkeit des Guten. Wer Amartya Sen liest, der bekommt einen Begriff von den gewaltigen Aufgaben, die auf dem Weg zu einer gerechteren Welt noch vor uns liegen - aber er schöpft zugleich auch die Zuversicht, dass sie bewältigt werden können.

4 Fragen 4 Antworten

Was bedeutet diese Buchmesse für Sie?

Die Buchmesse ist eine wunderbare Gelegenheit, Leser mit Verlagen und Büchern bekannt zu machen und auch umgekehrt, Verlage mit ihren Lesern sowie diese untereinander. Die Bedeutung einer solchen Messe für die Verlagswelt ist unschwer zu erraten.

Welche Leser*innen wünschen Sie sich?

Meine Bücher richten sich fast immer an ein allgemeines Publikum, und dieses hier bildet keine Ausnahme. „Die Welt teilen“ ist aber eine ebenso schwierige wie wichtige Aufgabe, und ich würde mich glücklich schätzen, wenn mein Buch dazu beiträgt, sich mit einigen dafür wesentlichen Fragen auseinanderzusetzen.

Mit welchem Satz überzeugen Sie Ihre Leser*innen, Ihr neues Buch zu lesen?

ch bin mir nicht sicher, ob ich die Frage richtig verstanden habe, aber ich hoffe sehr, dass es mehr als nur einen Satz gibt, der potentielle Leser interessieren könnte.

Was war gut am Shut-down, was haben Sie aus der Corona-Krise gelernt?

Aus dem Shutdown ergibt sich kaum etwas Gutes, einmal abgesehen davon, die Ausbreitung der Pandemie zu verhindern. Es hat sich immerhin gezeigt, dass die Corona-Krise durch kooperative Anstrengungen, wie etwa in Ostasien und bis zu einem gewissen Grad auch in Europa, viel besser bewältigt werden kann. Daraus ergeben sich manche Lehren für die Zukunft und für die Beantwor-tung der Frage, ob man Probleme besser gemeinsam angeht oder allein und im Chaos.

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