Ahmad Mansour

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Ahmad Mansour

Ahmad Mansour, geboren 1976, ist arabischer Israeli und lebt seit 2004 in Berlin. Er ist Diplom-Psychologe und arbeitet für Projekte gegen Extremismus, zum Beispiel begleitet er Familien von radikalisierten Jugendlichen, Aussteiger und verurteilte Terroristen. Zudem engagiert er sich unermüdlich gegen Antisemitismus. 2015 erschien sein Bestseller "Generation Allah. Warum wir im Kampf gegen religiösen Extremismus umdenken müssen", 2018 "Klartext zur Integration. Gegen falsche Toleranz und Panikmache". Zum Thema Salafismus und Antisemitismus hat er zahlreiche Veröffentlichungen vorgelegt und in vielen Talkshows mitdiskutiert. Anfang 2018 gründete er Mind Prevention (Mansour-Initiative für Demokratieförderung und Extremismusprävention). Für seine Arbeit erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, u. a. den Moses-Mendelssohn-Preis zur Förderung der Toleranz, den Carl-von-Ossietzky-Preis, den Theodor-Lessing-Preis sowie den Menschenrechtspreis 2019 der Gerhart und Renate Baum-Stiftung.

©  Heike Steinweg

Solidarisch sein! Gegen Rassismus, Antisemitismus und Hass

Aktuelles Buch

Solidarisch sein! Gegen Rassismus, Antisemitismus und Hass

S. Fischer Verlag

Was heißt Solidarität in Zeiten wie diesen? Der Psychologe Extremismus-Experte Ahmad Mansour traf am Tag nach dem Anschlag in Hanau bei einem Workshop Schülerinnen und Schüler, die sich vor Aufregung kaum konzentrieren konnten. Sie wollten reden und verstehen, was kaum zu verstehen ist. Erfahrungen wie diese macht Ahmad Mansour häufig. Er ist vor Ort und erlebt unmittelbar, wie sich Lehrer und Eltern überfordert, Jugendliche hingegen im Stich gelassen fühlen. Wie können wir sprechen über Extremismus und Hass, über Ängste und Befürchtungen? Solidarität ist gefragt, sowohl beim Staat als auch bei der Gesellschaft. Ahmad Mansour zeigt uns, was das konkret bedeuten kann, wie wir die Opfer und Betroffenen in unsere Mitte nehmen und uns langfristig um sie kümmern können. Es gilt zusammenzuhalten, Sorgen ernst zu nehmen und Empathie zu zeigen.

4 Fragen 4 Antworten

Was bedeutet diese Buchmesse für Sie?

Für mich ist die Buchmesse ein Fest des Lesens, ein Ort des Austausches, des Lernens und Debattierens. Die Buchmesse ist ein Event, dass ich nicht nur als Autor, sondern auch als Privatperson und Vater sehr gerne besuche, um gemeinsam mit meinem Kind die Welt der Bücher zu entdecken.

Welche Leser*innen wünschen Sie sich?

Alle! Vor allem auch Leser*innen die vielleicht nicht mit meinen Thesen einverstanden sind, die nach dem Lesen Gespräch und Austausch suchen und die mir auch widersprechen. Ich sehe meine Aufgabe nicht in der Vermittlung von Wissen, ich möchte die Menschen zum Nachdenken anregen.

Mit welchem Satz überzeugen Sie Ihre Leser*innen, Ihr neues Buch zu lesen?

Ich will die Gesellschaft aufrütteln und mit neuen Perspektiven zum Nachdenken anregen, deswegen wäre mein Satz: „Wir sind nicht solidarisch, wenn es um Hass und Rassismus geht." Ja, wir empören uns, wenn Menschen Opfer von Hass und Rassismus werden, aber wir tun das nur, wenn die Ereignisse unserem Weltbild entsprechen. Dort wo sie das nicht tun, entsteht kognitive Dissonanz und wir entscheiden uns meistens die Ereignisse zu ignorieren. Solidarisch sein heißt gegen Unrecht die Stimme zu erheben - unabhängig davon, wer die Opfer oder die Töter sind. Für mich ist Rassisumus keine Einbahnstraße.

Was war gut am Shut-down, was haben Sie aus der Corona-Krise gelernt?

Gut? Ich habe Schwierigkeiten, etwas positives an einer Krise zu finden die hunderttausende Menschen das Leben kostete. Ich bin aber dankbar für die Zeit mit meiner Familie, für die radikale Ausbremsung des Alltags, die wir alle erlebten. Das hat mir ermöglicht aufzuatmen und nachzudenken.

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