Jan Feddersen + Philipp Gessler

Autor:in

Jan Feddersen + Philipp Gessler

Jan Feddersen, Jahrgang 1957, ist Redakteur der taz, arbeitete auch für andere Medien, etwa den NDR oder Die Zeit, und ist Autor von Büchern besonders zu populärkulturellen Fragen. Seine publizistischen Schwerpunkte: Vergangenheitspolitik und Geschlechterdemokratie in queerer Hinsicht. Mit Philipp Gessler verfasste er 2020 das Buch "Phrase unser. Die blutleere Sprache der Kirche".

Philipp Gessler, Jahrgang 1967, war viele Jahre Redakteur der taz und von Deutschlandfunk Kultur. Seit 2017 ist er Redakteur von Zeitzeichen. Er ist Autor der Bücher "Der neue Antisemitismus. Hinter den Kulissen der Normalität" (2004), "Wolfgang Huber. Ein Leben für Protestantismus und Politik" (2012) und "Phrase unser" (2020, mit Jan Feddersen).

©  Aufbau | MZydor

Kampf der Identitäten

Aktuelles Buch

Kampf der Identitäten

Ch. Links Verlag

Wenige Themen polarisieren die Öffentlichkeit derzeit so sehr wie die sogenannte Identitätspolitik und die damit verbundene "Cancel Culture". Ist sie eine legitime Strategie, um bislang diskriminierten, übergangenen Gruppen und ihren Anliegen Geltung zu verschaffen? Oder verschärft sie am Ende die Spaltung der Gesellschaft? Jan Feddersen und Philipp Gessler bestreiten in ihrem Buch nicht die Existenz von Rassismus und Traditionen der Benachteiligung, von einer Sprache, die Menschen diskriminiert und übergeht. Doch sie meinen: Wer Gruppenidentitäten überhöht, fördert Entsolidarisierung. Wenn sich nur noch diejenigen zu einem Thema äußern dürfen, die davon unmittelbar betroffen sind, lassen sich wichtige Debatten in der Demokratie kaum noch führen. Vor allem dann nicht, wenn mit Hinweis auf Ungerechtigkeiten ein offener Diskurs beschränkt wird. Deshalb plädieren die beiden für eine Rückbesinnung auf den Universalismus, der einmal ein linkes Projekt war. Dafür, dass wir uns als Individuen in unserem jeweiligen Verschiedensein respektieren. Und sie machen Vorschläge für eine fruchtbarere Debattenkultur. Für das Buch sprachen die Autoren u.a. mit Cindy Adjei, René Aguigah, Till Randolf Amelung, Seyran Ates, PaulaIrene Villa Braslavsky, Gianni Jovanovic, John Kantara, Daniel Kehlmann, Ijoma Mangold, Ahmad Mansour, Susan Neiman, Ronya Othmann, Susanne Schröter, Alice Schwarzer, Harald Welzer, Ulrike Winkelmann.

4 Fragen 4 Antworten

Mit welchem Satz beschreiben Sie Ihr neues Buch?

JAN FEDDERSEN: Unser Land braucht den Aufbruch seiner neuen Bürger*innen heftig – aber mit Identitätspolitiken ist kein Blumenpott zu gewinnen. PHILIPP GESSLER: Die Identitätspolitik gibt uns ein paar gute Impulse, aber hat so viele Webfehler, dass sie uns am Ende kaum helfen wird.

Welches Buch ist Ihr Lieblingsbuch?

PHILIPP GESSLER: Nicht originell, aber unerreicht: „Krieg und Frieden“ von Lew Tolstoi JAN FEDDERSEN: JK Rowling – alles, was ihr Phantasia namens „Harry Potter“ nur zu bieten hat.

Was bedeutet das Blaue Sofa für Sie?

JAN FEDDERSEN: The Place to be – es wird wieder der klügste Ort zur Buchmesse sein. PHILIPP GESSLER: Einer der besten Orte, um für die wichtigsten Bücher der Saison anregend und kompetent zu werben.

Welchen Song haben Sie im Ohr, wenn Sie an Ihr neues Buch denken?

PHILIPP GESSLER: „Black or White“ von Michael Jackson JAN FEDDERSEN: „A Change is gonna come“, interpretiert von Aretha Franklin.

Weitere Informationen