Fridolin Schley

Autor:in

Fridolin Schley

Fridolin Schley, 1976 in München geboren, debütierte 2001 mit dem Roman Verloren, mein Vater. Es folgten Veröffentlichungen in den Bereichen Prosa, Essay und Literatur-wissenschaft. Zu seinen Auszeichnungen zählt der Tukan-Preis für den Erzählband Wildes schönes Tier. Zuletzt erschien die von der Kritik hochgelobte Novelle "Die Ungesichter".

©  Isolde Ohlbaum

Die Verteidigung

Aktuelles Buch

Die Verteidigung

Hanser Berlin

Mit literarischem Gespür nähert sich Fridolin Schley in diesem Roman den historischen Figuren Richard von Weizsäcker und seinem Vater Ernst von Weizsäcker und umkreist dabei die grundlegenden Fragen nach Gut und Böse, Schuld und Unschuld, emotionaler und moralischer Verpflichtung. 1947, die Nürnberger Prozesse: Einer der Angeklagten ist Ernst von Weizsäcker, SS-Brigadeführer und Spitzendiplomat unter Ribbentrop. Zu seinen Verteidigern zählt auch sein Sohn Richard, der vier Jahrzehnte später als Bundespräsident in seiner Rede vom 8. Mai über Kriegsschuld und die Befreiung Deutschlands vom Nazi-Gräuel sprechen wird. Eine historische Konstellation, die man kaum erfinden könnte: Hier stoßen - verkörpert in Vater und Sohn - das alte, schuldbeladene Deutschland und die gerade entstehende Bundesrepublik aufeinander.

4 Fragen 4 Antworten

Mit welchem Satz beschreiben Sie Ihr neues Buch?

Der Roman "Die Verteidigung" beobachtet Vater und Sohn von Weizsäcker im Gerichtssaal der Nürnberger Prozesse - und befragt sie über Schuld, Moral und Verhaltenslinien, die bis in unsere Gegenwart reichen.

Welches Buch ist Ihr Lieblingsbuch?

Ich habe etliche ständig sich abwechselnde oder neu hinzukommende Lieblingsbücher. Darunter auch ein paar, die ich über Jahrzehnte hinweg immer wieder neu entdecke. Während des Schreibens am aktuellen Roman war etwa "Das Schloss" von Franz Kafka sehr wichtig für mich.

Was bedeutet das Blaue Sofa für Sie?

Das Blaue Sofa ist das zweitschönste Sofa überhaupt - nach dem grünen von Loriot. Inmitten quirligen Messe-Gewusels ein fast surrealer Ort der Sammlung. Unvergessen, wie Ingo Schulze einen Purzelbaum darauf schlug.

Welchen Song haben Sie im Ohr, wenn Sie an Ihr neues Buch denken?

Vielleicht ein Swing-Stück von Benny Goodman. Meine Hauptfigur Richard hört nachts Musik im Radio, während er bleierne juristische Schriftsätze erstellt. Dabei würde er lieber mit den Dolmetschern tanzen gehen.

Weitere Informationen