Christian Montag

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Christian Montag

Prof. Dr. Christian Montag ist Professor für Molekulare Psychologie an der Universität Ulm sowie Visiting-Professor an der University of Electronic Science and Technology of China (UESTC) in Chengdu, China. Er hat in Gießen Psychologie studiert und an der Universität Bonn promoviert und habilitiert. Seine Forschungsschwerpunkte sind die biologischen Grundlagen der Persönlichkeit sowie das Feld der Psychoinformatik. Als Experte ist Montag, der 2018 das Buch "Homo Digitalis" veröffentlichte, in Medien wie ARD, ZDF und RTL, SPIEGEL, Der Standard und The New York Times gefragt.

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Blessing

App-Entwickler tun alles, damit wir als Nutzer im Netz versinken. Wir unterschätzen regelmäßig unsere Verweildauer auf den Online-Plattformen und hinterlassen eine Unzahl digitaler Fußabdrücke, die die Tech-Firmen reich machen. Online-Plattformen wie auch Computerspiele haben jedes natürliche Ende abgeschafft, umgekehrt wird unser Lebensalltag durch die digitalen Dauerunterbrechungen zunehmend fragmentiert. Als Psychologe erörtert Christian Montag die Frage, welche Persönlichkeitseigenschaften mit problematischem oder suchtähnlichem Nutzungsverhalten einhergehen. Unvoreingenommen diskutiert er neueste Entwicklungen wie "Internet der Dinge" oder den Einsatz von Apps, von digitalen Plattformen und KI in der Psychologie und Medizin. Detailliert geht er aber auch auf aktuell besonders dringliche Themen wie Filterblasen und Fake News ein, die eng mit dem Daten-Geschäftsmodell der Tech-Unternehmen verknüpft sind. Seine Vorschläge, wie wir digital unsere Selbstständigkeit wahren können, sind ebenso neu wie praktikabel.

4 Fragen 4 Antworten

Mit welchem Satz beschreiben Sie Ihr neues Buch?

Das Buch beleuchtet aus psychologischer Sicht große Themenkomplexe unserer Zeit wie Fake News und Radikalisierung auf Social Media, Unterwanderung der Privatsphäre als auch Online-Sucht vor dem Hintergrund des Datengeschäftsmodell großer Tech-Konzerne im digitalen Zeitalter.

Welches Buch ist Ihr Lieblingsbuch?

Im Belletristik-Bereich würde ich Haruki Murakamis „Die Chroniken des Aufziehvogels“ wählen. Im Sachbuch-Bereich das grandiose Werk „Affective Neuroscience“ von Jaak Panksepp, welches nachhaltig meine Sicht auf das Menschsein verändert hat.

Was bedeutet das Blaue Sofa für Sie?

Das Blaue Sofa stellt für mich eine wichtige Begegnungsstätte dar, um den Diskurs zwischen Autor*innen und der Öffentlichkeit zu unterstützen. Ich bin davon überzeugt, dass ein immer wiederkehrendes Symbol wie das Blaue Sofa in einem medialen Zeitalter enorm wichtig ist, um in dem täglichen Getöse von Nachrichten Aufmerksamkeit für relevante Themen unserer Gesellschaft zu erzeugen.

Welchen Song haben Sie im Ohr, wenn Sie an Ihr neues Buch denken?

„Hotel California“ von den Eagles mit der passenden Zeile: You can check-out any time you like, but you can never leave. Willkommen im Zeitalter des Überwachungskapitalismus - für viele große Tech-Konzerne die Art im digitalen Zeitalter Geld zu verdienen.

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