Zafer Şenocak

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Zafer Şenocak

Zafer Şenocak ist Schriftsteller und Essayist. In Ankara als Sohn eines Verlegers und einer Lehrerin geboren, wuchs er in Istanbul und München auf, wo er auch Germanistik, Politikwissenschaft und Philosophie studierte. Seit seinem Debüt 1983 veröffentlichte er über 20 Bände mit Lyrik, Prosa und Essays, die ins Englische, Französische, Italienische, Tschechische, Spanische und Türkische übersetzt wurden. 2016 übernahm er die "Hamburger Gastprofessur für Interkulturelle Poetik". In der Edition Körber erschien 2011 "Deutschsein. Eine Aufklärungsschrift" und 2018 "Das Fremde, das in jedem wohnt". Şenocak lebt seit 1989 in Berlin.

©  Körber Stiftung, David Ausserhofer

Das Fremde, das in jedem wohnt. Wie Unterschiede unsere Gesellschaft zusammenhalten

Aktuelles Buch

Das Fremde, das in jedem wohnt. Wie Unterschiede unsere Gesellschaft zusammenhalten

Edition Körber

ET: 24.09.2018 | ISBN: 978-3-89684-267-1 | Gebunden | 224 Seiten | 18 EUR

Die Erfahrung von Fremdheit, die Begegnung mit unterschiedlichen Nationalitäten und widersprüchlichen Lebensentwürfen löst häufig Abwehr und Furcht aus. Wo Abgrenzung die Kommunikation ersetzt, ist - auch in Deutschland - der gesellschaftliche Zusammenhalt in Gefahr. Der Schriftsteller und Publizist Zafer Şenocak setzt gegen diese Angst eine bewusste, biografische Auseinandersetzung mit dem Fremden in uns selbst.

Als Kind türkischer Mittelschichtseltern, die in Deutschland leben, wächst Şenocak mit den Sprachen, Literaturen, Ritualen und Geschichten zweier Länder auf. Eindeutige Identitätsangebote machen beide Kulturen nicht, weder die deutsche, in der er "der Türke" bleibt, noch die türkische: Şenocak erlebt durch seine politisch engagierte Mutter eine weltlich-moderne Intellektualität. Sein Vater dagegen verkörpert einen zwar kritischen, aber zutiefst spirituellen Islam, die Welt der Poesie und der Liebe zur Sprache. Pole, zwischen denen die türkische Gesellschaft weiterhin changiert.

Zafer Şenocak beglaubigt mit seiner Person, dass aus solcher Vielfalt eine in sich heile, gefestigte Identität erwachsen kann. Zugleich fragt er weiter, was diese Beschäftigung mit den eigenen Herkunftsgeschichten zu einem differenzierten Bild von Integration beitragen kann. Şenocak begreift Diversität als menschliche Grunderfahrung, die man sich bewusst machen und akzeptieren muss, um zu einem modernen, partizipativen Verständnis von Gesellschaft zu gelangen.

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