Udo Di Fabio

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Udo Di Fabio

Prof. Dr. Dr. Udo Di Fabio, Jahrgang 1954, studierte Jura an der Ruhruniversität Bochum. 1988 promovierte er 1988 an der Universität Bonn (Dr. iur.), 1990 an der Universität Duisburg (Dr. sc. pol.). 1993 Habilitation Univ. Bonn, Prof. Univ. Münster, 1993 wurde er Ordentlicher Professor an der Universität Trier, 1997 wechselte er an die Universität München, 1999 wurde er Richter im Bundesverfassungsgericht im zweiten Senat. Zuständigkeit: Völkerrecht / Parlamentsrecht / Asylrecht für bestimmte Länder / Ausländerrecht)

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Die Weimarer Verfassung. Aufbruch und Scheitern

Aktuelles Buch

Die Weimarer Verfassung. Aufbruch und Scheitern

C.H.Beck

ET: September 2018 | ISBN 978-3-406-72388-9 | Hardcover | 299 Seiten | 19,95 EUR

Am 14.8.1919 wurde die Weimarer Reichsverfassung als Ergebnis einer Revolution verkündet, die den einen zu weit ging und den anderen unvollendet blieb. Es war die erste deutsche republikanische Verfassung, die von gewählten Volksvertretern beschlossen und in Kraft gesetzt wurde. Auf der Grundlage dieser Verfassung ernannte der Reichspräsident am 30. Januar 1933 Hitler zum Reichskanzler: Erosion und Scheitern der Weimarer Verfassung stehen für den Zusammenbruch von Demokratie, Rechtsstaat und Zivilisation in der Mitte Europas. Obwohl die aktuelle politische Situation in Deutschland und Europa nichts mit den Bedingungen der Zeit von 1919-1933 zu tun hat (Kriegstrauma, Reparationen, Hyperinflation und das damalige Klima von Gewalt und Hass), erinnern Populismus, politische Instabilität, Angriffe auf den Rechtsstaat und autoritäre Tendenzen an diese Zeit. Musste die die Weimarer Demokratie scheitern, weil ihre Verfassung institutionell falsch angelegt war? Di Fabio vermisst ein bekanntes Terrain, um aus der Vergangenheit für die Gegenwart zu lernen und analysiert verfassungshistorisch tragende staatsorganisationsrechtliche Entscheidungen, ihre Folgen im praktischen politischen Prozess, aber auch die Kräfte, denen das Recht mitunter machtlos gegenübersteht. Ihm geht nicht um den rechtstechnischen Vergleich zum Grundgesetz, sondern um die Einsicht, wie das Recht einer Demokratie die Spielregeln vorgibt, sie damit stützen, fördern, aber auch blockieren kann. Die institutionelle Analyse zeigt aber auch, dass letztlich keine rechtliche Sicherung vor einem Verfall der politischen Kultur zu schützen vermag. Das Recht behält nur dann seine Wirkung, wenn die Kultur der Demokratie in den Köpfen und Herzen der Menschen verwurzelt ist.