Georg Cremer

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Georg Cremer

Georg Cremer war bis Juni 2017 Generalsekretär des Deutschen Caritasverbands e.V. und ist außerplanmäßiger Professor für Volkswirtschaftslehre an der Universität Freiburg.

©  Anke Jacob

Deutschland ist gerechter als wir meinen. Eine Bestandsaufnahme

Aktuelles Buch

Deutschland ist gerechter als wir meinen. Eine Bestandsaufnahme

C.H.Beck

ET: 12.10.2018 | ISBN: 978-3-406-72784-9 | Klappenbroschur | 272 Seiten | 16,95 EUR

Wie ungerecht ist Deutschland wirklich? Gab es einen neoliberalen Sozialabbau, der einen "Suppenküchensozialstaat" übrigließ, wie vielerorts zu lesen war? Georg Cremer unterwirft den vorherrschenden "Niedergangsdiskurs" einem Realitäts-test und zeigt: es ist nicht alles gerecht in Deutschland, aber es ist gerechter als viele meinen. Wer diese Debatten verfolgt, liest über soziale Kälte, steigende Armut und wachsende Ungleichheit, aber wenig über die Leistungen des Sozialstaats. Dabei steigt die Zahl der in diesem Sektor Beschäftigten stetig. Heute geben wir fast 30 % der jährlichen Wirtschaftsleistung für den Sozialstaat aus. Zur Zeit der Wiedervereinigung waren es noch 26%. Wenn das, was der Sozialstaat leistet, schlecht geredet wird, wenn positive reformerische Schritte als Klein-Klein diskreditiert oder nicht wahrgenommen werden, dann nützt das den populistischen Kräften, die der Politik unterstellen, sich nicht um "die Belange des Volkes" zu kümmern. Wenn man Demokratie stärken will, ist eine realistischere Diskussion über den Zustand des Sozialstaats unerlässlich. Denn in Wahrheit sahen wir in den letzten Jahren keinen herzlosen Sozialabbau, sondern den Versuch der Politik, den Sozialstaat bei wachsenden Leistungen auch in Zukunft zu sichern und bezahlbar zu halten. Durch den Diskurs über den vermeintlichen Niedergang verliert Sozialpolitik die breite politische Unterstützung, die sie handlungsfähig macht.

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